Heute haben wir auch hier in Peru den Muttertag gefeiert. Dieser Tag ist hier besonders wichtig und hat einen besonderen Stellenwert. Auch in unserer Kirchengemeinde hier haben wir den Müttern zeigen wollen, wie wichtig sie sind. Gegen 5 Uhr morgens trafen sich einige Männer der Gemeinde, um ein Mittagessen vorzubereiten. Die Feuerstelle wurde vorbeireitet und dann eine Suppe vorbereitet, Kartoffeln gekocht, eine Salsa gemacht, Chicharron fritiert (das sind kleine Stücke aus Schweinefleisch am Knochen) und Salat zubereitet.
Um 10 Uhr habe ich mir dann einen kleinen Bus geliehen, um das Essen und die Gemeindemitglieder, die nicht gut zu Fuß sind, zu dem Feld zu bringen, wo wir Gottesdienst feiern und das Mittagessen haben wollten. Es war ein tolles Erlebnis, denn so manch eine alte Quechua-Oma ist wahrscheinlich noch nie in einem kleinen Bus gefahren.
Alle waren froh und begeistert und relativ pünktlich so gegen 11Uhr waren dann alle versammelt: So ungefähr 200Erwachsene, 50 Kinder, unsere 2 Pastoren (die übrigens ungefähr 100Liter Chicha morada zubereitet hatten, das traditionelle Süßgetränk aus schwarzem Mais), einige Pferde, Essen für alle und einige Spiele für die Kinder.
Im Gottesdienst drehte sich natürlich alles darum, wie Gott selbst eine Mutter sieht, welche Ehre ihr zusteht und das sie ein Allroundgenie ist: Eine Lehrerin für die Ausbildung der Kinder, eine Ärztin für die großen und kleinen Wunden des Lebens, eine Chefköchin und eine Mangerin ihres kleinen Familienunternehmens….wie oft vergisst man das und bezeichnet sowohl in Peru als auch in Europa eine Mutter eben nur als Hausfrau! Dieser Gottesdienst unter blauem Himmel, im Sonnenschein und unter riesigen Eukalyptusbäumen mit Blick auf die schneebedeckten 6000er war majestätisch!
Danach wurde dann zu Mittag gegessen: Die Männer haben das von ihnen zubereitet und echt supergut für 250 Personen abgeschmeckte Essen dann zuerst an die Frauen, dann an die restlichen Männer und die Kinder verteilt, Teller für Teller, Glas für Glas und Gang für Gang. Da nicht genügend Geschirr vorhanden war, wurde zwischendurch alles wieder eingesammelt und gespült, nur von den Männern.
Alle haben geduldig und sehr fröhlich und zufrieden gewartet. Ich glaube, ich habe an noch keinem Tag so oft ein Dankeschön gesagt bekommen, bei jedem Glasausschenken und Tellerverteilen, das hat mich beschämt …. Insbesondere weil diese Menschen alle so unendlich viel härter arbeiten als ich… Das Ganze hat so ca. 2 Stunden gedauert.
Danach haben wir mit den Kinder Spiele gemacht und zu guter letzt Fußball gespielt, erst ein Frauen-Team und dann die Männer . Es war ein grandioser und ganz besonderer Mutter-Tag. Ich hoffe, wir alle vergessen in den folgenden 364 Tagen nicht, welch großen Stellenwert die Mütter in unserer Gesellschaft und Gemeinde haben.
Feliz dia de madre – an jedem neuen Tag!













